An die Urnen, fertig, los! - NEIN zur Umzonung der Boppiwiese
Die Unterlagen für die Abstimmung vom 14. April sind in den Briefkästen. Nun gilt es, ein NEIN zur Initiative zur Umzonung der Boppiwiese anzukreuzen und abzustimmen - am besten noch vor der Abreise in die - allfälligen - Frühlingsferien. Denn mit einem NEIN wird der weg frei für Aufbruch statt Stillstand im Quartier:
Ein NEIN macht den Weg frei für den Bau einer neuen Tagesbetreuung. Dass diese dringend nötig ist, machte kürzlich Stadtrat Mathias Gabathuler an der Pressekonferenz zur Initiative klar: «Schule und Betreuung stehen nahe am betrieblichen Nervenzusammenbruch.» Das heutige Provisorium bietet Platz für 55 Kinder. An Spitzentagen nutzen aber schon heute mehr als doppelt so viele Kinder das Angebot. Tendenz steigend. Bis zur Eröffnung dürften zwar auch so noch gut drei Jahre ins Land ziehen, während der die Platzprobleme der Tagesbetreuung und der Schule eher zunehmen werden.
Ein NEIN stellt auch sicher, dass die Schule nicht unnötig in ihrer Entwicklung eingeschränkt wird. Auch wenn es kein aktuelles Bauprojekt gäbe: Mit einem Ja zur Initiative wird jeder Ausbau der Schule im wachsenden Quartier unnötig erschwert. Dabei wurde das Schulareal und damit auch die Wiese vor rund 60 Jahren auch deshalb gross genug geplant, um Spielraum für allfällige Erweiterungsbauten zu haben - und auch so noch Platz genug für Spiel und Spass zu bieten.
Wie das gehen könnte, zeigen die Vorschläge für eine Neugestaltung des Aussenraums, die im Partizipationsverfahren gemeinsam mit dem Quartier entstanden ist. So könnte auf dem Schulareal ein weiterer wetterfester Hartplatz, Wasserspiele und Raum zum Verweilen und Sitzen entstehen. Mit einem NEIN zur Initiative wird der Weg frei für eine Investition der Stadt ins Quartierleben.
Schwache Argumente für ein Ja
Auch die Initianten bringen zahlreiche Argumente vor - unserer Meinung nach sind diese aber wenig stichhaltig. Einige Beispiele:
Nimmt der Neubau der Tagesbetreuung dem Quartier ihre Wiese und ihren Treffpunkt weg?
NEIN. Die heute 87 Meter lange Wiese wird um knapp 28% kürzer, das stimmt. Allerdings ist sie dann immer noch 63 Meter lang. Und mit der Neugestaltung des Aussenraums kann die Schulanlage ein noch vielfältigerer Treffpunkt für die Anwohner werden.Wird Sportvereinen ihr Trainingsplatz genommen?
NEIN. Tatsächlich gibt es derzeit keinen einzigen Sportverein, der die Wiese regelmässig mietet. Ausserdem verschwindet die Wiese nicht. Sie ist immer noch gross genug für ein offizielles Spiel von Fussball-D-Junior:innen. Vorher war sie auch nicht für mehr zugelassen. Und der Bröggler-Cup kann gerade wegen der geplanten Erweiterung des wetterfesten Hartplatzes auch künftig problemlos durchgeführt werden. Dabei ist zu bedenken, dass es sich bei der Boppiwiese um einen Teil des Schulareals handelt. Hier müssen die Bedürfnisse der Schule Vorrang haben.Kostet der Neubau mit 14 Millionen Franken zu viel?
Darüber lässt sich trefflich streiten. Dass der Bau teurer wird als vor rund 5 Jahren vorgesehen, war angesichts der Bauteuerung der letzten Jahre zu erwarten. Das Stadtparlament hat zudem die vom Stadtrat vorgeschlagenen Kosten gekürzt. Tatsache ist aber, dass es bei der Umzonungsinitiative nicht um den Neubau geht. Auch eine günstigere Tagesbetreuung wäre bei einem Ja auf der Wiese nicht möglich. Eine neue Tagesbetreuung müsste aber trotzdem gebaut werden - einfach später und an einem anderen Standort. Dass das günstiger wird, ist höchst fraglich. Entweder kommt der Neubau an den Standort des heutigen Provisoriums und würde so ein weiteres, teures Provisorium nötig machen. Oder die Stadt muss Land ausserhalb des Schulareals kaufen. Beides führt zu Mehrkosten.Liegt aus dem Projektwettbewerb Alternativprojekt vor, das am heutigen Standort schnell umgesetzt werden könnte?
NEIN. Die “Verliererprojekte” des Wettbewerbs aus den Jahren 2021/22 sind keineswegs so ausgereift, dass sie schnell umgesetzt werden könnten. Im Gegenteil. Was das angesprochene Projekt betrifft, hatte es aber durchaus einen Sinn, wie Stadtrat Markus Buschor klar macht: «Das Wettbewerbsprojekt an diesem Ort war wertvoll, denn es zeigte uns deutlich, dass ein Neubau dort nicht möglich ist.» Vielmehr müsse die Planung wieder bei Null beginnen. Was das heissen könnte, zeigt das Beispiel der Tagesbetreuung im Feldli. Dort wurde eine Tagesbetreuung 2017 mit einer ähnlichen Initiative verzögert. Heute, sieben Jahre später, hat man sich immerhin auf einen Standort einigen können.